Die Pflanzenheilkunde in der TCM - Nach welchen Kriterien erstellen wir eine Kräuterrezeptur?

Die Kräuterheilkunde nimmt in der Behandlung mit der Traditionellen Chinesischen Medizin eine wichtige Position ein. In der Schweiz sind rund 200 Pflanzen- und Pflanzenteile als Heilmittel zugelassen. Eine Rezeptur besteht meist nicht nur aus einem, sondern aus mehreren Mitteln. Wir arbeiten eng mit der Dr. Noyer Apotheke zusammen. Die Bezugsquelle in China ist verlässlich und der Import sicher. In einem eigenen Labor wird jede Lieferung sorgfältig auf Echtheit überprüft. Auch durchlaufen alle Heilmittel eine toxikologische Kontrolle.

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Verschiedene Kräuter, Gewürze und Glasgefässe auf einem Tisch in einer traditionellen Apotheke oder Kräuterlabor.

In der chinesischen Arzneimitteltherapie werdenvorwiegend Pflanzenteile wie Wurzeln, Rinden, Blätter und Blüten verwendet.Auch kommen Mineralien und einige Tierprodukte zum Einsatz, wie beispielsweiseder Chitinpanzer der Zikade. Dies ist eine Art Aussenskelett, das Insekten wieeine Ritterrüstung umgibt. Geschützte Arten aus dem Tier- und Pflanzenreichwerden nicht verwendet.

Die wichtigste Bewertung eines Arzneimittels istsein Temperaturverhalten. Die energetische Dynamik von kalt bis heiss bewirkteine Veränderung der dynamischen Qi-Kräfte im Körper eines Menschen. In derklassischen TCM bekommt die Aussage, dass Heisses gekühlt und Kühles gewärmtwerden muss, eine wichtige Bedeutung. Kühle und kalte Arzneimittel entsprecheneinem Yin-Aspekt und werden bei hitzigen, dynamischen Erkrankungen eingesetzt.Durch deren Einsatz findet eine Verlangsamung, Festigung und Verdichtung statt.Sie wirken oft in der Tiefe. Warme und heisse Arzneimittel hingegen entsprecheneinem Yang-Aspekt und spenden Aktivkräfte. Sie dynamisieren, beschleunigen,lösen und zerstreuen. Neben heissen und kalten Arzneimittel gibt es auch solchemit neutralen Temperaturverhalten, die beide Aspekte in sich vereinen. Siestabilisieren und erhalten die Mitte, indem sie Säfte spenden und erhalten undzusätzlich aktive Energie bereitstellen.  

Die Geschmacksrichtung eines Arzneimittels zeigt dessenWirkebene an. Sie beschreibt die Tiefe bzw. Schicht, in die das Mittel imkörperlichen Bereich vordringen und seine Wirkung entfalten kann.Beispielsweise trägt der scharfe Geschmack eine entfaltende, lösende undöffnende Energie in sich. Er gehört dem Funktionskreis der Lunge an und wirddementsprechend stärkend eingesetzt. Der süsse Geschmack wirkt harmonisierend,regulierend und spendet Säfte. Diese Arzneimittel stärken den Funktionskreisder Mitte (Milz und Magen) und werden bei fast allen Kräuterrezeptureneingesetzt, um ihnen eine harmonisierende Note zu geben. Der saure Geschmackwirkt zusammenziehend und stopfend. Er wird eingesetzt, wenn Säfte erhaltenwerden sollen wie beispielsweise bei Durchfallerkrankungen. Der zugehörigeFunktionskreis ist der von Leber und Gallenblase. Der saure Geschmack wirkt entspannendbei Emotionen wie Wut und Ärger sowie einem Gefühl von Stress und Überlastung.Der bittere Geschmack wirkt trocknend, klärend und drainierend. Er bindetFeuchtigkeit im Körper und leitet sie zur Ausscheidung nach unten. Er ist demHerz-Funktionskreis zugehörig. Der salzige Geschmack erzeugt Säfte, er wirktbefeuchtend, erweichend, bindend und lösend. Durch seinen sammelnden undstärkenden Charakter wirkt er in der Tiefe, ganz besonders auf dieLebensenergie und Willenskraft. Er wird dem Nieren-Funktionskreis zugeordnet.

Zusätzlich gibt es Arzneimittel, die einenspezifizierten Wirkort haben. Aufgrund klinischer Beobachtungen lassen sie sicheinem bestimmten Körperbereich oder Körperorgan zuordnen. So kennen wir in derTraditionellen Chinesischen Medizin beispielsweise Arzneimittel, die beiErkrankungen des Rachenraumes oder des Halsbereiches in die Rezeptur integriertwerden. Auch Bereiche wie Augen, Nase und Kopf, Bewegungsapparat, Haut,Fortpflanzungsorgane oder Verdauungsorgane lassen sich sehr gezieltunterstützen.

Huang Qi ist ein Klassikerkraut in der TCM. DieAstragalus-Wurzel (auch: Tragant oder Bocksdorn) hat eine jahrtausendalteAnwendungsgeschichte. „Der gelbe Führer“ wird als Tonikum und Kräftigungsmittelverwendet. Die Wurzel hat die Fähigkeit, Abwehrkräfte und Immunsystem zustärken. Ihr Extrakt kommt auch bei Allergien und Heuschnupfen zum Einsatz, daes harmonisierend wirkt und die Fähigkeit besitzt, ein überschiessendesImmunsystem zu drosseln. Die Wurzeln der Astragalus Pflanze sind reich anFettsäuren, Aminosäuren und Mineralstoffen. Ein weiterer Klassiker ist dieWurzel der Angelika Sinensis (Chinesische Engelwurz). Der Pinyin Name ist DangGui und bedeutet wörtlich übersetzt „Zustand der Rückkehr“. Die Engelwurzwurzeltonisiert das Blut, belebt die Blutzirkulation und lindert Schmerzen.Traditionell kommt die Pflanze zum Einsatz bei Anämie, kältebedingteBauchschmerzen, Menstruationsstörungen, Wechseljahrsbeschwerden undErkrankungen während bzw. nach der Schwangerschaft. Und dann wäre noch Gan Caoerwähnenswert. Die Süssholzwurzel (Glycyrrhiza radix), bekannt als Lakritze,enthält über 400 Inhaltsstoffe. Bei Schwächezuständen wie Menopause,Umbruchphasen oder Rekonvaleszenz kommen ihre wertvollen Kräfte zum Einsatz. Siewirkt entzündungshemmend, krampflösend, schleimhautschützend und entgiftend. DieSüssholzwurzel zählt zu den wichtigsten tonisierenden Heilmitteln in der TCMund ist in vielen klassischen Rezepturen enthalten.

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