Chronic Fatigue - Müdigkeit als ständiger Begleiter

Chronische Erschöpfung („Chronic Fatigue“) ist ein Dauerzustand von extremer Müdigkeit – körperlich und geistig. Die Erkrankung hat vielfältige Ausprägungen und Ursachen. Sie tritt häufig als Begleiterscheinung bei Infektionserkrankungen wie Covid und Pfeiffersches Drüsenfieber auf.

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Frau liegt erschöpft auf einem Sofa und hält sich die Hand vor das Gesicht.

Aber auch bei Stoffwechselstörungen, Autoimmunerkrankungen, Herzerkrankungen, Hormonstörungen, Tumoren oder Anämie ist sie zu finden. Eine genetische Disposition und die Beschaffenheit der Darmflora scheinen zusätzlich eine Rolle zu spielen. Nährstoffmangel, Stress und ein Lebensrhythmus, der gegen die innere Uhr ausgerichtet ist, kommen ebenfalls ursächlich in Betracht. 

In unserer Praxis sehen wir häufig Patienten, die nach überstandener Corona Infektion über Erschöpfung und chronische Müdigkeit klagen. Dies über mehrere Wochen oder gar Monate. Sie berichten von Konzentrationsmangel, verminderter Leistungsfähigkeit auf körperlicher und geistiger Ebene. Dies wird begleitet von Kopfschmerzen, Schwindel, Brain Fog und Reizbarkeit. Betroffene können ihren Alltag nicht wie gewohnt bewältigen und verlieren zum Teil ihre Arbeitsfähigkeit. Sozialer Rückzug ist die Folge. Das Chronic-Fatigue-Syndrom gehört zu den häufigsten Spätfolgen einer Corona Infektion. Zwischen 10 und 20 % der Patienten sind betroffen. Verschiedene Studien zeigen, dass häufiger weibliche Patientinnen jüngeren und mittleren Alters an der „Post-Corona-Fatigue“ leiden. Die Ursachen hierfür sind noch nicht ausreichend geklärt. Allerdings weiss man, dass das Corona-Virus zu Störungen im Organismus führen kann. Verschiedene Faktoren sind daran beteiligt. Beispielsweise spielt die Immunreaktion des Körpers eine Rolle, ebenso Stoffwechselveränderungen und Sauerstoffmangel. 

Bevor Patienten ihren Weg zu uns in die Praxis finden, haben sie häufig einen längeren Leidensweg hinter sich und diverse Therapien probiert. Wir konnten im Laufe der letzten Jahre wertvolle Erfahrungen mit der Chronic Fatigue sammeln. Die Behandlung bei uns beginnt mit einer ausführlichen Anamnese. Jeder Mensch ist individuell und so individuell behandeln wir auch. Mit Hilfe der Diagnostikmethoden der TCM über Zunge und Puls erkennen wir häufig körperliche Leerezustände bei unseren Patienten. Je nach Lebensstil und Konstitution kann sich auf diesen Leerezustand Feuchtigkeit ansammeln oder Hitze aufbauen. Der Blut- und Qi Fluss stagniert. Die Behandlung dieser Zustände benötigt Zeit, doch sehen wir mittelfristig in der Regel positive Fortschritte. Während des kontinuierlichen Aufbaus empfehlen wir die Einnahme von Supplementen. Bei einer kontrollierten Gabe von Vitamin C und D, Coenzym Q10, Zink, Selen, Omega 3 Fettsäuren sowie Quercetin zeigen sich gute Erfolge. Die Supplemente wirken entzündungshemmend und unterstützen die natürlichen körperlichen Funktionen und Stoffwechselvorgänge. Gute Erfahrungen haben wir auch mit der Gabe von Pycnogenol und und Nattokinase gemacht. Pycnogenol ist eine Zusammensetzung aus Pinienrindenextrakt, das oxidativen Stress reduziert und die Mikrodurchblutung verbessert. Nattokinase ist ein fibrinolytisches Enzym, das aus fermentierten Sojabohnen gewonnen wird. Es wird als natürlicher Blutverdünner eingesetzt. Zusätzlich behandeln wir mit sehr sanfter Akupunktur mit nur wenigen Nadeln. In der Regel verwenden wir 3-5 Nadeln pro Sitzung auf stärkenden Punkten. Empfehlenswert ist ein wöchentliches Behandlungsintervall. Ergänzend verschreiben wir Ihnen Kräuter, die Sie zu Hause regelmässig einnehmen. Ebenso applizieren wir Dauernadeln an ausgewählten Punkten, beispielsweise am Ohr. 

Wir haben noch einige Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie die Behandlung zu Hause unterstützen können. Seien Sie grundsätzlich achtsam sich selbst und Ihren eigenen Ressourcen gegenüber.  Aktivieren Sie Ihren Kreislauf mit Saunagängen, Wechselduschen und gemässigten Sporteinheiten. Es ist wichtig, ein richtiges Mass an Aktivität und Ruhe zu finden. Bewegung und Entspannung sollten sich abwechseln. Versuchen Sie, in Ihren Tagesablauf Entspannungstechniken wie Yoga, Qi Gong oder Meditation zu integrieren. Vermeiden Sie Kaffee, Alkohol und Nikotin und ernähren Sie sich ausgewogen, gesund und vollwertig mit reichlich Gemüse und Hülsenfrüchten. Trinken Sie ausreichend Wasser über den Tag verteilt. Gerade Patienten mit chronischem Erschöpfungssyndrom leiden nachts unter Ein- und Durchschlafstörungen. Sorgen Sie deshalb für eine gute Schlafhygiene. Das Schlafzimmer sollte ruhig, kühl (16-18 Grad) und dunkel sein. Verbannen Sie Fernseher und Smartphone aus dem Raum. 

Wir empfehlen Patienten mit chronischen Erschöpfungszuständen gerne eine Sauerstoff-Therapie mit unserem IHHT-Gerät, das wir in der Praxis einsetzen. Das Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training stammt ursprünglich aus der Raumfahrt und ist ein hocheffektives Training für den Energiestoffwechsel auf Zellebene, ähnlich einem Höhentraining. Es wirkt direkt auf die Mitochondrien, die Kraftwerke in jeder Zelle. Über eine Atemmaske wird dem Organismus kontrolliert Atemluft mit unterschiedlichem Sauerstoffgehalt zugeführt. Wir beraten Sie gerne zu dieser äusserst effektiven Therapie.