Wussten Sie, dass wir im Laufe des Tages ca. 25Liter Gas produzieren? Der Grossteil wird von unserem Körper über das Blut wiederaufgenommen und über die Lunge abgeatmet. Ein kleiner Teil entweicht durch Mundund Darm. Durch den Mund in Form von Rülpsen und Aufstossen, durch den Enddarm durchkleinste Mengen unbemerkter Luftausscheidungen. Dies ist völlig natürlich undnormal. Erst wenn grössere Mengen vom Körper nicht abgebaut werden können,entstehen Blähungen, die sich durch Furzen und Pupsen bemerkbar machen. In derFachsprache heisst diese naserümpfende Ausscheidung von Luft „Flatulenz“ oder „Meteorismus“.Während die Schulmedizin zur Behandlung übermässiger Gasproduktion im DarmMedikamente zur Gasbindung verordnet, hat die traditionelle chinesische Medizineinen ursächlicheren Ansatz. Ihr Ziel ist es, die Mitte und damit dieVerdauungsfunktion des Körpers zu stärken, denn sie betrachtetVerdauungsbeschwerden als funktionelle Schwäche der Verdauungsorgane. DieseBeschwerden können entweder konstitutionell bedingt sein oder durch eineungünstige Lebens- und Essgewohnheit erworben werden. Somit ist es nicht nurwichtig, bei der Auswahl der Nahrungsmittel zu unterscheiden, welche für einen selbstbekömmlich und förderlich sind, sondern auch zu hinterfragen, wann wir essen,wie wir das Essen zubereiten und in welchem emotionalen Zustand wir die Nahrungzu uns nehmen.
Es gibt Nahrungsmittel, die allein durch ihrebio-chemische Zusammensetzung während des Verdauungsprozesses mehr Gase produzierenals anderen. Dazu zählen Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Kohl, Frittiertes undHülsenfrüchte. Aber auch Milchprodukte verursachen oft Verdauungsprobleme, dasie aus thermischer Zuordnung zu den kalten und befeuchteten Nahrungsmitteln zählen.Einer schwachen Mitte fehlt schlicht die Kraft, diese Produkte umzuwandeln,aufzuspalten und zu verdauen. Bei Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühlkann es deswegen sinnvoll sein, für eine Weile diese Nahrungsmittel vomSpeiseplan zu streichen. Grundsätzlich unterstützen Kräuter und Gewürze dieVerdauungskraft. Das altbewährte Trio Kümmel, Anis und Fenchel wurde schon zuGrossmutters Zeiten in Linseneintöpfe und Kohlsuppen gegeben. Auch Basilikum,Dill, Majoran, Oregano, Koriander und Rosmarin haben sowohl in getrockneter alsauch in frischer Form einen sehr bekömmlichen Einfluss auf das Essen. Rohkostwie Tomaten, Gurken und Früchte - besonders Südfrüchte wie Banane, Ananas undMangos - sind sehr unbekömmlich, da sie schwer verdaulich sind. Sinnvoller istes, gegarte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Gekochtes oder Gedünstetes,Gebackenes oder Gegrilltes ist selbst im Sommer einem grossen Salat- oder Obsttellerals Hauptmahlzeit vorzuziehen. Beim Obst bieten sich heimische, saisonaleFrüchte an. Auch hier gilt, dass Apfel- oder Aprikosenkompott leichterverdaulich ist als roher Obstsalat. Brot und Käse wird bekömmlicher, wenn manes mit Suppe oder gekochtem Gemüse kombiniert. Auch sollten Getränke nichtdirekt zum Essen getrunken werden, sondern hinterher. Im Idealfall haben sieZimmertemperatur oder sind leicht gewärmt. Süssgetränke, vor allem welche mitKohlensäure versehen, können Blähungen verstärken.
In der traditionellen chinesischen Medizin werdenOrganen einer Tageszeit zugeordnet, in der sie besonders aktiv sind und einersogenannten Oppositionszeit, in der sie keine oder nur sehr wenig Energiebesitzen. Das Verdauungssystem ist besonders in den Morgen- undVormittagsstunden aktiv. Aus diesem Grund sollten die beiden Hauptmahlzeitendes Tages jeweils am Morgen und am Mittag eingenommen werden. Für den Abendempfiehlt es sich, nur noch kleine, leicht verdauliche Mahlzeiten einzunehmen. Grundsätzlichsollten alle Mahlzeiten in Ruhe und ohne Hast oder Ablenkung (Handy, Lesen)eingenommen werden. Emotionale Faktoren wie Druck, Stress, Anspannung,Aufregung und Ärger wirken sich auf die Verdauungsfunktion aus und können fürVöllegefühl und Blähungen im Anschluss sorgen. Etwas Bewegung, wiebeispielsweise ein kleiner Spaziergang nach der Mahlzeit, wirkt sich positivauf das Nervensystem aus. Auch eine warme Bettflasche auf den Bauch gelegt kanndie Durchblutung der Organe und die Darmbewegung fördern.
Falls Sie eine Art „Reset-Knopf“ drücken möchten,um ihren Körper neu auszurichten, empfiehlt sich eine 2-3-tägige Kur mit sehreinfachen Nahrungsmitteln, die nicht blähen oder das Verdauungssystem belasten.Beispielsweise bieten sich Reis und Kartoffeln an, Karotten- oder Fenchelgemüse,Apfel- oder Birnenkompott. Die TCM empfiehlt meist eine Kur mit Reis-Congee.Hierfür wird Reisbrei über längere Zeit gekocht, wodurch er besonders leichtverdaulich und bekömmlich wird. Ein Teil Reis wird mit zehn Teilen Wasser fürmindestens eine Stunde auf niedrigster Stufe gekocht. Der Reis löst sichwährend des Kochvorgangs fast vollständig auf und es entsteht eine dickflüssigeSuppe. Traditionell wird Congee in China zum Frühstück gegessen. Es dient alswertvoller Lieferant von Qi und fördert die Lebenskraft. Da Congee kaum denVerdauungstrakt beansprucht, gilt es in der fernöstlichen Medizin alsReinigungs- und Entschlackungsmittel.
Unterstützend empfehlen wir ihnen bei akutenBeschwerden eine Akupunkturbehandlung, die wir mit TuiNa-Massage unterstützen.Beides regt die Durchblutung und den Stoffwechsel an. Die Energie kann wieder freifliessen und harmonisiert das gesamte Verdauungssystem. Behalten Sie bitte imHinterkopf, dass Blähungen niemals normal sind. Wir unterstützen und beratenSie gerne mit unserem langjährigen Wissen in unserer Praxis.