In vier alternativmedizinischen Fachrichtungen ist es möglich, ein eidgenössisches Diplom zu erlangen: Ayurvedamedizin, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin und Traditionelle Europäische Naturheilkunde. Die Durchführung der höheren Fachprüfung liegt seit 2008 in den Händen der Organisation der Arbeitswelt Alternativmedizin. Mit der Erlangung des eidgenössischen Diploms tragen Therapeuten folgende Titel:
- Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom in Traditioneller Chinesischer Medizin TCM
- Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom in Traditioneller Europäischer Naturheilkunde TEN
- Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom in Homöopathie
- Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom in Ayurveda-Medizin
Ihnen ist gemeinsam, dass sie eigenverantwortlich in einem Arbeitsgebiet arbeiten, in dem sie Menschen bei akuten und chronischen Gesundheitsstörungen behandeln, beraten, begleiten und unterstützen – dies auf der Grundlage der alternativmedizinischen Behandlungskonzepten.
Das Studium der TCM – Dauer, Kosten und Voraussetzungen
Voraussetzungen für ein Studium der Chinesischen Medizin sind ein Mindestalter von 22 Jahren, ein Abschluss der Sekundarstufe SEK II (entspricht einem eidgenössisches Fähigkeitszeugnis EFZ) oder die Matura. Eine Ausbildung in der Fachrichtung Traditionelle Chinesische Medizin ist mit hohen Kosten verbunden. Die meisten Studenten beginnen mit den Schwerpunkten Akupunktur und Tuina. Beide Methoden gehören zusammen und beinhalten ca. 800 Stunden. Sie können auf dem Weg zur HFP nur gemeinsam absolviert werden. Zum fertigen Berufsbild gehören auch 700 Stunden Medizinische Grundlagen, das heisst Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie. Ausserdem 500 Stunden Praktikum und ein 2-5-jähriges Mentorat. Zusammen mit Prüfungsgebühren, Fachliteratur, und Supervision sind schnell 50`000 SFr erreicht. Ein Studium in Akupunktur und Tuina dauert etwa vier Jahre. Parallel oder aufbauend zum Schwerpunkt Akupunktur und Tuina kann die chinesische Arzneimitteltherapie absolviert werden. Für diese Ausbildung sind nochmal 15´000-20´000 SFr und mindestens zwei Jahre einzurechnen. Die meisten Studenten arbeiten neben der Ausbildung in Teilzeit.
Ausbildungsinhalt
Es gibt 7 Pflichtmodule, die während der Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin zu durchlaufen sind:
- M1 - Medizinische Grundlagen (700 Stunden)
- M2 - TCM Grundlagen, Akupunktur und TuiNa (800 Sunden)
- M3 - Gesundheit und Ethik
- M4 - Arbeit als Therapeut
- M5 - Management
- M6 - Praktikum (500 Stunden)
- M7 – Mentorat
Das Modul 1 wird über eine externe Prüfung bei der OdA AM geprüft. Das Modul 2 wird ebenfalls über eine externe Prüfung, allerdings bei der IGTCM, geprüft. Die Module 3 bis 6 sind schulinterne Abschlüsse. Das Mentorat setzt sich aus 30 Stunden Einzelmentorat und 30 Stunden Gruppenmentorat zusammen und dauert mindestens 2 Jahre, höchstens aber 5 Jahre. Sind die Pflichtmodule 1-6 absolviert und die entsprechenden Zertifikate erworben, können die Abschlüsse in ein Zertifikat der OdA AM umgewandelt werden. Anschliessend ist man berechtigt, mit dem Mentorat M7 zu starten und über die Krankenkassenzusatzversicherung abzurechnen. Nach Beendigung des Moduls 7 kann man sich für die Höhere Fachprüfung anmelden, mit der dann das eidgenössische Diplom erlangt wird. Seit Januar 2018 beteiligt sich der Bund mit 50 Prozent an den angefallenen Kursgebühren, höchstens allerdings mit 10´500 SFr. Der Bundesbeitrag kann nach Absolvieren der eidgenössischen Prüfung beantragt werden. Informationen gibt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI.
Haben Sie Interesse an einer Ausbildung in Traditioneller Chinesischer Medizin oder sind Sie sogar schon mittendrin? Wir setzten uns für unseren Beruf und den Nachwuchs ein und bieten Studenten die Möglichkeit, gratis an bis zu 5 Tagen bei uns ein Praktikum zu absolvieren. Melden Sie sich hierzu gerne per Mail in unserer Praxis.