Gerade nach einem anstrengenden Arbeitstag, beim Umgang mit herausfordernden und anstrengenden Lebenssituationen, bei dem Wunsch, Fröhlichkeit, Freude und ein Gefühl von Losgelöst sein zu verspüren - ein Schluck Alkohol gibt uns einen Schubs. Er macht kurzfristig freier und lockerer. Doch eben nur kurzfristig. Langfristig schädigt er unser Yin und Blut, denn Alkohol trocknet aus und tendiert dazu, den Körper zu überhitzen. Wenn er regelmässig und in grossen Mengen getrunken wird, kommt es zu Symptomen einer Yin Leere. Diese zeigt sich in Form von trockener und faltiger Haut, mit innerer Unruhe, mit einem fiebrigen und heissen Gefühl im Körper, ausserdem mit Nachtschweiss und Schlafstörungen. Therapeutisch eingesetzt kann Alkohol aber auch eine förderliche Wirkung haben. Bier beispielsweise baut Herz-Yin auf, da die kühlende und bittere Wirkung des Bieres für Ruhe und Entspannung sorgt. Schlafstörungen und innere Unruhe könnten mit kleinen Mengen Bier eine Verbesserung erfahren.
Eines der häufigsten Diagnosen in unserer TCM-Praxis ist die sogenannte Leber-Qi-Stagnation. Sie ist häufig dafür verantwortlich, dass eine Person Verlangen nach Alkohol verspürt. Eigentlich sollten Qi und Blut der Leber ungehindert fliessen dürfen. Dieser freie Fluss ist notwendig, um alle Ecken und Enden unseres Körpers mit dem wertvollen Qi und Blut zu versorgen. Stagniert die Leber in ihrer Aufgabe der Qi-Verteilung, entstehen an bestimmten Stellen Druck und Blockaden. Man kann sich das wie einen Stau auf der Autobahn vorstellen. Wie entsteht solch ein Stau? Die Hauptgründe sind Stress, Ärger, Überlastung und Enge. Die Leber ist DAS Organ, das Freiheit und Bewegung liebt – das Bewegung auf körperlicher und geistiger Ebene braucht. Körperlich in Form von laufen, springen, joggen, wandern, reisen. Geistig in Form von kreativ sein, seinen Ideen nachgehen, Selbstverwirklichung, Ich-Sein. Wo werden wir eingeengt bzw. lassen uns einengen? Wo können wir nicht so leben und agieren, wie wir eigentlich wollen? Wo ist uns die berühmte Laus über die Leber gelaufen?
Häufige körperliche Anzeichen einer Leber-Qi-Stagnation sind Kopfschmerzen, Migräne, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, genervt sein, PMS und schmerzhafte Periode. Kennen Sie diese Anzeichen von sich selbst? Die Leber-Qi-Stagnation ist eines der häufigsten Bilder in unserer überreizten, gehetzt-getriebenen Gesellschaft. Leistung und Erfolg wird bekanntlich so viel höher bewertet als Ruhe, Sein und Nichtstun. Daran können wir nur in unserem eigenen Lebensumfeld etwas verändern. Mit Auszeiten, Ruhepausen und Selbstverantwortung unserem Körper gegenüber. Dann brauchen wir weder das Gläschen Wein, um den Alltag zu vergessen, noch das Bier, um die erhitzten Gedanken und Gemüter zu kühlen.
Schauen Sie doch mal in unserer Praxis vorbei. Mit Akupunktur und Tuina geht es Ihrem Leberfluss bald wieder besser.